🚨 Schützen Programme für Täter häuslicher Gewalt die Opfer wirklich?

Eine Studie aus Québec (Côté et al., 2026) zeigt, dass diese Maßnahmen manchmal missbraucht werden und die Zwangskontrolle (coercive control) verstärken können.

👇 Entdecken Sie die Details im Karussell unten.

Wie kann man etwas beurteilen, das für sich genommen manchmal unsichtbar erscheint?

Genau das macht « Je vais te tuer /Ich werde dich töten », der Dokumentarfilm von Karine Dusfour, sichtbar. Der Film ist derzeit wieder auf ARTE verfügbar.

Der Film öffnet uns die Türen zu mehreren Gerichtsverhandlungen über innerfamiliäre Gewalt und führt uns mitten hinein in Situationen, in denen Gewalt nicht auf ein einzelnes Ereignis reduziert werden kann.

Sie kann eine Strategie sein.

Isolieren. Überwachen. Drohen. Bewegungsfreiheit, Beziehungen und finanzielle Mittel kontrollieren. Abwerten. Die Kinder instrumentalisieren. Die Freiheit schrittweise einschränken.

Genau hier liegt die Bedeutung des Konzepts der coercive control (Zwangskontrolle): Es ermöglicht, Gewalt als ein System von Verhaltensweisen zu betrachten, die in ihrer Gesamtheit dazu führen können, einer Person ihre Freiheit zu nehmen.

Während Frankreich derzeit über einen umfassenden Gesetzesvorschlag zur Bekämpfung sexistischer und sexualisierter Gewalt debattiert, stellt sich eine wichtige Frage: Wie kann unser Justizsystem diese Mechanismen der Kontrolle und Dominanz besser erfassen?

Der Film liefert dazu eine besonders interessante Perspektive.

Denn auch wenn coercive control im französischen Recht derzeit noch keinen eigenständigen Straftatbestand darstellt, kann das Konzept bereits heute dazu beitragen, Gewalt im Rahmen von Gerichtsverfahren besser zu verstehen und einzuordnen.

Voraussetzung dafür ist, dass Fachkräfte entsprechend ausgebildet und für diese Mechanismen sensibilisiert sind.

🎬 « Je vais te tuer/ Ich werde dich töten » von Karine Dusfour ist auf ARTE bis zum 29. März 2027 verfügbar:

https://www.arte.tv/de/videos/122760-000-A/ich-werde-dich-toeten

📢 Rückblick auf den Studientag vom 18. September in Mendrisio: Kinder schützen, die Gewalt in der Partnerschaft ausgesetzt sind

Am 18. September fand am SUPSI-Campus in Mendrisio ein bedeutender Studientag zum Schutz von Minderjährigen statt, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Bei dieser Gelegenheit wurden die Ergebnisse der von der Stiftung KidsToo in Auftrag gegebenen und gemeinsam von der SUPSI und der ZHAW durchgeführten Studie vorgestellt (unter der Leitung von Dr. Ornella Larenza und Prof. Dr. Andreas Jud).

🔍 Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Die Studie stützte sich auf die Analyse von jeweils 41 zivilrechtlichen Verfahren in vier Schweizer Kantonen (St. Gallen, Tessin, Waadt und Zürich), um die Regelung der elterlichen Sorge und des Besuchsrechts zu untersuchen.

Dabei wurden folgende zentrale Erkenntnisse und Herausforderungen sichtbar:

· Die grossen kantonalen Unterschiede bei den Strukturen (und Verfahren) bergen ein hohes Risiko einer Ungleichbehandlung in rechtlicher Hinsicht.

· Unabhängig von den unterschiedlichen Strukturen (und Verfahren) wird den Kindern nach wie vor zu wenig Beachtung geschenkt.

· Die Ausbildung der Fachpersonen spielt eine zentrale Rolle bei der Harmonisierung der Praxis (und bei der konkreten Umsetzung der Istanbul-Konvention).

· Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Gewalt (einschliesslich Zwangskontrolle) von einem blossen Elternkonflikt zu unterscheiden, die Anhörung und die unabhängige rechtliche Vertretung der Kinder systematisch sicherzustellen und den Informationsaustausch zwischen Polizei, KESB und Gerichten zu verbessern.

· Gerichtsentscheidungen müssen die Sicherheit des Kindes gegenüber der systematischen Suche nach einvernehmlichen Lösungen zwischen den Eltern priorisieren. Dies setzt eine stärkere Abstimmung der professionellen Kulturen zwischen der Rechtswelt und der Sozialen Arbeit voraus.

🤝 Podiumsdiskussion 1: Konkrete Unterstützungsangebote für Kinder

In der ersten Podiumsdiskussion wurden verschiedene psychosoziale und pädagogische Unterstützungsangebote aus der Praxis vorgestellt:

🔗 Podiumsdiskussion 2:

Die zweite Podiumsdiskussion fasste die zentrale Bedeutung des Interventionsnetzwerks in einer prägnanten Formel zusammen: 👉 «Die Stärke der Kette der beteiligten Fachpersonen hängt von ihrem schwächsten Glied ab.»

Der Kindesschutz ist ein zutiefst gemeinschaftlicher Prozess. Von der ersten Meldung über die Entscheidungen der Kindesschutzbehörden und Gerichte bis hin zur psychosozialen Begleitung bildet jede beteiligte Stelle ein wesentliches Glied dieser Kette. Fehlen auch nur einem Glied Ressourcen, Fachwissen oder Koordination, wird das gesamte Kindesschutznetzwerk geschwächt.

Die Folien sind hier verfügbar: https://drive.switch.ch/index.php/s/d6tgHmAHjr7WPMZ

Die Berichte und Zusammenfassungen der Studie können hier heruntergeladen werden: https://www.kidstoo.ch/de/projets-2/les-enfants-de-la-violence-domestique/

Face à la complexité et à l’épreuve d’une procédure pénale, personne ne devrait cheminer seul.

Traverser une procédure pénale après avoir subi des violences est un parcours souvent inconnu, particulièrement complexe, épuisant et terrifiant.

Pour accompagner les personnes concernées tout au long de cette épreuve, le Centre LAVI de Genève a édité le guide pratique « Mon Journal de bord : pour garder le cap pendant la procédure pénale », élaboré avec la collaboration d’avocates spécialisées et de la plateforme victimepasseule.ch

💡 Pourquoi ce journal de bord est-il indispensable ?

Une procédure pénale s’étend souvent sur plusieurs mois, voire plusieurs années, et peut provoquer la résurgence de symptômes psychologiques importants. Ce journal de bord explique de manière simple et concrète le fonctionnement de la justice afin de permettre aux victimes de comprendre leurs droits et de prendre des décisions éclairées à leur propre rythme

📋 Que contient cet outil ?

ℹ️ Bon à savoir : un soutien accessible partout en Suisse

En Suisse, chaque canton dispose d’un centre de consultation LAVI. Ces centres proposent un accompagnement gratuit et confidentiel sur les plans psychologique, juridique et social.

Il n’est absolument pas nécessaire d’avoir déposé plainte pénale ni d’avoir l’intention de le faire pour bénéficier de ces conseils et de cet accompagnement

https://www.centrelavi-ge.ch/procedure-penale

La séparation met-elle fin aux violences conjugales ? 🛑

Contrairement aux idées reçues, la réponse est non. Pour de nombreuses femmes, la rupture marque le début d’une nouvelle phase de violence invisible et redoutable : le contrôle coercitif post-séparation.

En s’appuyant sur une enquête sociologique qualitative menée auprès de 40 mères de famille, les chercheurs Pierre-Guillaume Prigent et Gwénola Sueur décodent les rouages d’un système qui maintient l’emprise, souvent avec la complicité involontaire des institutions

On retient ces quelques points :

1️⃣ Le contrôle coercitif, une stratégie globale de domination. C’est une stratégie calculée mêlant intimidation, isolement, dévalorisation et contrôle des ressources. Ce climat de peur constante contraint la victime à plier sous peine de représailles.

2️⃣ L’injonction à la coparentalité, ce piège judiciaire. L’autorité parentale conjointe devient l’outil privilégié de l’agresseur pour maintenir sa surveillance et son pouvoir. Lorsqu’une mère dénonce les violences pour protéger ses enfants, la situation est trop souvent réduite par les tribunaux à un simple « conflit parental » dont la responsabilité serait partagée.

3️⃣ L’arme de “l’aliénation parentale” Cette pseudo-théorie, scientifiquement infondée et historiquement diffusée en France par les mouvements de défense des pères depuis 1969, sert à occulter la violence masculine. Accuser une mère d’aliénation parentale (ce qui arrive dans 7 à 8 cas sur 10 en cour d’appel) permet de disqualifier sa parole. Dans un tiers des situations étudiées, cela conduit au transfert de la résidence de l’enfant chez le père agresseur.

4️⃣ L’impasse législative de 2025. Le Sénat français a refusé de créer une infraction autonome de “contrôle coercitif”, craignant une censure constitutionnelle face à un concept jugé trop sociologique. À la place, les éléments du contrôle ont été intégrés à la définition du harcèlement au sein du couple. Un choix qui fait craindre à plusieurs spécialistes et parlementaires un risque de “retournement” de la loi contre les victimes elles-mêmes.

5️⃣ Une recherche scientifique sous haute tension. Travailler sur ces sujets expose les sociologues à des menaces, de la diffamation et à une exclusion de certains espaces scientifiques. Cette entrave à la liberté académique freine l’intégration de données rigoureuses dans l’élaboration des politiques publiques et de la formation des magistrats.

Pour voir leur présentation : https://www.youtube.com/watch?v=vmJrXR_Ejmw

🎙️ Wann wird Eifersucht zu Gewalt?

Was passiert, wenn Eifersucht zu Kontrolle wird? Wenn Fürsorge in Überwachung und Nähe in Einschränkung der Freiheit umschlägt?

In dieser Folge von Podcast Gewaltfrei sprechen Pia Allemann und Nina Schifferli von der BIF – Beratungsstelle für Frauen gegen Gewalt in Ehe und Partnerschaft über:

🔹 psychische Gewalt und ihre oft unsichtbaren Formen
🔹 Eifersucht, Kontrolle und gesellschaftliche Rollenbilder
🔹 Coercive Control und warum systematische Kontrolle so perfide ist
🔹 Red Flags und die schrittweise Normalisierung von Gewalt
🔹 den Gewaltzyklus und warum die Phasen der Ruhe immer kürzer werden
🔹 Trauma Bonding, Isolation und die Schwierigkeiten, eine gewaltvolle Beziehung zu verlassen
🔹 die besonderen Risiken während der Trennung
🔹 Schutzmassnahmen und die Rolle der Opferhilfe in der Schweiz

🎧 Jetzt anhören: «Psychische Gewalt erkennen: die häufigsten Warnzeichen (mit der BIF)»:

🎬 Projection du film L’Invisible Éléphant – 25 novembre, Delémont

À l’occasion de la Journée internationale pour l’élimination de la violence à l’égard des femmes, KidsToo est heureuse de s’associer au Bureau de la Déléguée à l’égalité du Jura pour une soirée de sensibilisation au Cinemont à Delémont.

Le film-documentaire L’Invisible Éléphant (Association A la Vista) met en lumière une réalité encore souvent invisibilisée : l’enfant aussi est victime des violences domestiques.

La projection sera suivie d’une table ronde avec des expert-e-s.

📅 25 novembre
📍 Cinemont, Delémont

👉 Réservez d’ores et déjà la date dans vos agendas.
Les informations détaillées seront communiquées prochainement.

Dank Ihrer Großzügigkeit sind bereits 1’350 CHF zusammengekommen. DANKE!

KidsToo und seine Ambassadors nehmen am Basler Stadtlauf teil, um Spenden zu sammeln. Der gesamte Erlös wird an das Frauenhaus beider Basel gespendet, um dessen wichtige Arbeit für Frauen und Kinder zu unterstützen.

Jede Spende zählt, ganz gleich, wie hoch sie ist. Und jede Weiterverbreitung kann uns helfen, noch weiter zu kommen.

Wir zählen auf Sie, damit wir gemeinsam die letzte Etappe meistern können! 🙏

👉 Link zur Spendenaktion: https://www.kidstoo.ch/de/spendeaktion2026/faire-un-don/

📢 Journée d’étude | La protection des enfants exposés à la violence dans le couple : défis et perspectives

Le 18 septembre 2026, rejoignez-nous au Campus SUPSI de Mendrisio pour une journée d’échanges consacrée à la protection des enfants exposés à la violence domestique.

Organisée par SUPSI, la Fondation KidsToo et FaMo+, cette conférence réunira chercheur-se-s, magistrat-e-s, autorités de protection, professionnel-le-s du travail social et associations afin de partager les résultats de l’étude « Exposition des enfants à la violence dans le couple » et de réfléchir aux défis actuels et aux pistes d’amélioration des pratiques.

📅 Au programme :

Matin
• Présentation des résultats de l’étude menée dans les cantons de Saint-Gall, Tessin, Zurich et Vaud.
• Analyse des réseaux cantonaux de protection des mineurs.
• Les processus d’attribution de la garde et des droits de visite dans les situations de violence domestique.
• Échanges avec le public.

Après-midi
• Donner la parole aux enfants exposés à la violence.
• Présentation d’expériences de terrain en Suisse romande, alémanique et italienne.
• Table ronde réunissant autorités, magistrats, spécialistes de la protection de l’enfance et représentants associatifs autour des perspectives d’amélioration de la prise en charge.

🌐 Une traduction en français sera assurée tout au long de la journée grâce à un système de traduction automatique en temps réel

💡 Programme détaillé et inscription (gratuite) : https://www.supsi.ch/en/la-protezione-dei-minori-esposti-alla-violenza-nella-coppia-sfide-e-prospettive

🏃 Die Anmeldungen für den Basler Stadtlauf 2026 sind ab sofort geöffnet!

Am 21. November wird das KidsToo-Team gemeinsam mit dem Frauenhaus beider Basel an den Start gehen, um Frauen und Kinder zu unterstützen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind.

💙 Wir zählen auf Ihre Grosszügigkeit!
Jede Spende – unabhängig von ihrer Höhe – unterstützt konkrete Projekte und kommt vollständig dem Frauenhaus beider Basel zugute.

✨ Möchten Sie sich noch stärker engagieren?
Werden Sie KidsToo-Ambassador! Laufen Sie mit uns und motivieren Sie Ihr Umfeld, diese wichtige Aktion zu unterstützen.

Melden Sie sich für den Basler Stadtlauf an und setzen wir gemeinsam ein starkes Zeichen.

Mehr Informationen:
https://www.kidstoo.ch/de/spendeaktion2026/