🎤 Psychische Entwicklungswege und Kontrollmechanismen bei Gewalttäter*innen

May Beyli unterstützt gemeinsam mit ihren ärztlichen und psychologischen Kolleg*innen die allgemeinpsychiatrischen Kliniken, polizeilichen Bedrohungsmanagement-Fachstellen und die Staatsanwaltschaften im Kanton Zürich im Umgang mit gewaltbereiten Personen. In ihrem Vortrag wird sie darauf eingehen, wie Coercive Control und häusliche Gewalt entstehen, sich über subtile Kontrollschritte verfestigen und welche inneren Überzeugungen und Beziehungsmuster Täter*innen antreiben. Der Vortrag soll auch aufzeigen, wie diese Dynamiken früh erkennbar werden und welche professionellen Ansätze in der Arbeit mit Täter*innen hilfreich sein können, um festgefahrene Kontroll- und Gewaltmuster zu durchbrechen.

💡 Symposium KidsToo « Coercive control: Familiäre und rechtliche Aspektes »
📍 Hôtel Beaulac, Neuchâtel
🗓️ 10. Juni 2026

👉 Vollständiges Programm und Anmeldung hier : www.kidstoo.ch/de/symposium

🎤 Auswirkungen der Weitergabe von Gewalttraumata, Prof Daniel Schechter

Prof Schechter ist ein international anerkannter Experte für die intergenerationellen Auswirkungen von Traumata, insbesondere im Zusammenhang mit innerfamiliärer Gewalt. Anhand klinischer Beispiele und Forschungsdaten untersucht er, wie Gewalterfahrungen der Eltern in der Paarbeziehung die emotionale und soziale Entwicklung von Kindern beeinflussen. Sein Vortrag beleuchtet sowohl die Beziehung zwischen dem betroffenen Elternteil und dem Kind als auch jene zwischen dem gewaltausübenden Elternteil und dem Kind, um die relationalen Dynamiken besser zu verstehen und daraus Ansätze für Prävention und therapeutische Intervention abzuleiten.

💡 Symposium KidsToo « Coercive control: Familiäre und rechtliche Aspektes »
📍 Hôtel Beaulac, Neuchâtel
🗓️ 10. Juni 2026

👉 Vollständiges Programm und Anmeldung hier : www.kidstoo.ch/de/symposium

Häusliche Gewalt und Art. 55a StGB

In der Schweiz sind die Zahlen erschütternd: Im Jahr 2024 wurden 21’127 Straftaten im Bereich der häuslichen Gewalt registriert – ein Anstieg von 6,1 % innerhalb eines Jahres. Noch tragischer ist, dass im Durchschnitt alle zwei Wochen eine Frau durch die Gewalt ihres Partners ums Leben kommt.

Im Zentrum dieser Problematik steht Artikel 55a StGB, ein rechtliches Instrument mit doppelter Wirkung: Er ermöglicht die Sistierung des Strafverfahrens auf Antrag des Opfers, sofern dies geeignet ist, seine Situation zu «stabilisieren».

Das Dilemma:

Schutz oder Straflosigkeit? Zwischen 53 % und 92 % der Verfahren enden nach einer Sistierung mit einer definitiven Einstellung.
Der Schatten der Abhängigkeit: Wie kann sichergestellt werden, dass das Opfer die Sistierung freiwillig beantragt – ohne psychischen oder wirtschaftlichen Druck?
Kantonale Ungleichheiten: Mangels strenger bundesrechtlicher Kriterien kann der Schutz eines Opfers davon abhängen, ob es sich in Bern oder in Lausanne befindet.

Die Sistierung des Verfahrens darf nicht zu einem «Rückzugsweg» der Justiz werden, sondern muss ein echtes Instrument zur Gewährleistung der Sicherheit sein.

Entdecken Sie in diesem Karussell die zentralen Fragen rund um Art. 55a StGB sowie Ansätze zur Stärkung des Opferschutzes in der Schweiz – basierend auf der Masterarbeit von Gioia Summerer, betreut von Prof. Camille Perrier Depeursinge.

SUMMERER Gioia, Les obstacles procéduraux à la poursuite des violences conjugales sous l’angle de l’art. 55a CP, Mémoire de master (dir. Prof. Camille Perrier Depeursinge), Université de Lausanne, École de droit, Faculté de droit, des sciences criminelles et d’administration publique, Lausanne, 1er décembre 2025

Hier lesen (auf Französisch): https://www.kidstoo.ch/app/uploads/Memoire_Gioia-Summerer.pdf

🛑 Bei häuslicher Gewalt bei den Tätern ansetzen

Häusliche Gewalt ist nicht die Verantwortung der Opfer.

Viel zu oft lastet Prävention implizit auf ihren Schultern:
gehen, sich schützen, melden, sich anpassen.

Eine aktuelle Schweizer Studie zeigt jedoch etwas anderes:
👉 Täter zur Verantwortung zu ziehen wirkt.
Ein strukturiertes Interventionsprogramm senkt die Rückfallquote deutlich
(6 % statt 22 %).

📌 Kernbotschaft:
Um Gewalt nachhaltig zu verhindern, müssen wir den Fokus verschieben.
➡️ Die Last von den Schultern der Opfer nehmen.
➡️ Von den Tätern verlangen, Verantwortung zu übernehmen und ihr Verhalten zu verändern.

Die Arbeit mit Tätern stärkt den Schutz der Opfer unmittelbar.

Studie (auf Englisch) lesen: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/08862605251357852

« Ce n’était encore qu’un bébé, il ne se souvient pas et n’aurait pas pu comprendre. »

On peut entendre ce genre de phrase dans le contexte de violences domestiques.

🚫 Stop aux idées reçues :

On pense souvent qu’un bébé ne peut pas être traumatisé puisqu’il n’a pas la mémoire pour s’en souvenir. Pourtant, les études récentes montrent que le cerveau, le corps et même le patrimoine génétique des nourrissons peuvent garder la trace d’expériences traumatiques, parfois dès la vie intra-utérine.

🎧 Dans le podcast CQFD (RTS), Evelyne Josse, psychologue et psychotraumatologue, explique comment un traumatisme peut s’installer avant même que l’enfant ait des souvenirs.

Le traumatisme précoce n’est pas un souvenir ordinaire, c’est une expérience active qui n’a pas pu être transformée en passé

🌱 La note positive :

La guérison est possible. Le dépassement du traumatisme peut impliquer de refaire un lien, d’accepter et de comprendre les événements passés.

Ecouter le podcast ici : https://www.rts.ch/audio-podcast/2025/audio/traumas-precoces-quand-le-corps-se-souvient-avant-la-memoire-29050917.html

On parle souvent de détection et de signalement, plus rarement des conditions nécessaires pour que cela fonctionne réellement.

Les chiffres du jour montrent que peu de professionnel·le·s en contact avec les enfants sont informé·e·s des situations de violence vécues dans les familles.

Encore faut-il donner aux professionnel·le·s les moyens d’agir :

🧩 Des espaces de coordination entre santé, éducation et social pour partager les informations essentielles.

📚 Des formations régulières sur les signes de violence et les dispositifs d’accompagnement.

⏰ Du temps dédié à la concertation et au suivi, souvent difficile à dégager.

La détection précoce et la coordination entre les acteurs restent des leviers essentiels pour protéger les plus vulnérables.

étude complète: https://www.curml.ch/sites/default/files/fichiers/documents/UMV/Rapport%20UMV%20Etude%20sur%20les%20enfants%20expos%C3%A9s%20%C3%A0%20la%20violence%20dans%20le%20couple%20parental.pdf

📬 KidsToo-Newsletter – Januar 2026

Zu Beginn des neuen Jahres lädt er dazu ein, einen Schritt zurückzutreten und die Tradition der guten Vorsätze zu hinterfragen. Was bedeuten sie wirklich, wenn es darum geht, häusliche Gewalt zu bekämpfen und Kinder sowie Opfer-Überlebende nachhaltig zu schützen?

👉 Inhaltlich geht es unter anderem um:

• Januar, die Zeit der guten Vorsätze
Und nun… ? KidsToo… ?
• Kater und übermäßiges Essen 2025
• Die Vorsätze für 2026

📖 Hier lesen: https://www.kidstoo.ch/app/uploads/K2NL_202601_DE.pdf 

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und danken Ihnen bereits im Voraus für Ihr Feedback, Ihre Anmerkungen und das Teilen dieser Inhalte.

Der Jahresbericht 2025 ist veröffentlicht!

Der Jahresbericht der KidsToo Stiftung blickt auf ein Jahr voller Engagement, konkreter Maßnahmen und Wirkung im Einsatz für Opfer-Überlebende von häuslicher Gewalt, Kinder und Erwachsene.

Der Bericht beleuchtet:


✔️ unsere Mission und Vision
✔️ die unterstützten Projekte
✔️ die Fortschritte, die dank unserer Partner:innen erreicht wurden

Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich täglich für das Vorankommen unserer Mission einsetzen.

👉 Den Bericht finden Sie hier: https://www.kidstoo.ch/app/uploads/KidsToo-Rapport-dactivite-Annuel-2025-DE-1.pdf

Challenges for the Implementation of Northern Ireland’s Domestic Abuse Offence

Drawing on experiences from other jurisdictions within the UK, Criminalising Coercive Control explores the challenges and potential successes which may be faced in implementing Northern Ireland’s new domestic abuse offence.

A specific offence of domestic abuse was introduced in Northern Ireland in March 2021. This represents a crucial development in Northern Ireland’s response to domestic abuse. The new legislation has the effect of criminalising coercive and controlling behaviour, thereby bringing Northern Ireland into line with other jurisdictions within the UK, and also with relevant human rights standards in this regard. The book begins with a discussion regarding the offence itself and the underpinning domestic abuse policy in Northern Ireland. Subsequent chapters explore further measures which may be needed to respond effectively to domestic abuse in Northern Ireland, by drawing upon the experiences of other jurisdictions of criminalising coercive control. These reflections are considered through the lenses of policing, prosecutorial practice and frontline domestic abuse working.

Criminalising Coercive Control will be of great interest to students and scholars in a variety of fields, such as criminal law, criminology, social policy, human rights, family law, gender studies and sociology. The book is also accessible beyond academia, including practitioners and those in the voluntary sector who are working in the area of combating domestic abuse.

Biography

Vanessa Bettinson is Professor of Criminal Law and Criminal Justice at De Montfort University, Leicester, UK. She researches coercive control in criminal law and is particularly interested in the creation and implementation of coercive control offences and embedding coercive control understandings within defence frameworks.

Ronagh McQuigg is a reader in the School of Law, Queen’s University Belfast, UK. She holds an LLB with First Class Honours, an LLM with Distinction and a PhD, and she is a qualified solicitor. Her research interests focus in particular on domestic abuse, and she teaches in the areas of family law and property law.

https://www.payot.ch/Detail/9781032384870

📖 👩‍👧‍👦 Kinderbuch « Vom Glücksballon in meinem Bauch »

Wir freuen uns, die Veröffentlichung der neuen Ausgabe des illustrierten Kinderbuchs « Vom Glücksballon in meinem Bauch » zu unterstützen. Das einfühlsame und zeitgemässe Buch wurde entwickelt, um das Thema häusliche Gewalt kindgerecht und familiennah aufzugreifen.

Unter der Leitung des Frauenhauses des Kantons Luzern entstanden, stellt dieses Buch ein wertvolles Instrument für Prävention und Dialog dar.

👉 Sie können das Buch hier bestellen:
https://www.frauenhaus-luzern.ch/bestellen/