Die erste nationale Schweizer Präventionskampagne gegen häusliche, sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt tritt in ihre zweite Phase ein.
Besonders hervorheben möchten wir:
➡️ Die Kampagne macht Formen von Gewalt sichtbar, die noch immer viel zu oft unter dem Radar bleiben: psychische und verbale Gewalt, Demütigungen, Isolation, subtile Verhaltensregulierungen und andere Mechanismen von Zwangs- und Kontrollverhalten (coercive control). Sie erinnert daran, dass Gewalt nicht erst bei körperlichen Übergriffen beginnt.
➡️ Sie anerkennt endlich die Situation von Kindern, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Ob sie direkt betroffen sind oder Gewalt miterleben – sie sind immer Opfer.
➡️ Mit dem Slogan «Gleichstellung gegen Gewalt» erinnert die Kampagne daran, dass diese Gewaltformen in Machtverhältnissen, Abhängigkeiten und diskriminierenden gesellschaftlichen Normen verwurzelt sind, die sie erst ermöglichen. Gewaltprävention bedeutet deshalb auch, die Ungleichheiten zu bekämpfen, die Gewalt begünstigen.

„Kinder müssen geschützt werden.“
Das sagt jeder.
Doch wie schützt man ein Kind, wenn die Person, die es schützt, selbst terrorisiert wird und weiterhin Gewalt erfährt?
In der Schweiz sind die Zahlen eindeutig: Laut den PKS-Zahlen 2025 machen Frauen 84 % der Opfer «schwerer» häuslicher Gewalt aus.
Ein Kind muss nicht direkt Ziel der Gewalt sein, um Opfer zu sein.
Wenn der Täter die Mutter zerstört, greift er zugleich an:
den sicheren Zufluchtsort des Kindes,
seine emotionale Stabilität,
seine psychische Entwicklung,
seine zukünftige Fähigkeit, sich sicher zu fühlen.
Zu behaupten, man schütze Kinder, ohne ihren schützenden Elternteil zu schützen, bedeutet, die Dynamik häuslicher Gewalt zu ignorieren.
Es ist Zeit, aufzuhören, Partnerschaftsgewalt und Kinderschutz voneinander zu trennen.

[Coercive control | Zwangskontrolle und Kinder]
Kinder, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, sind nicht bloß mittelbare Zeug:innen. Sie sind eigenständige Opfer.
„Oft besteht die Vorstellung, dass ein Kind zwangsläufig sprechen wird, wenn alles dafür eingerichtet ist, ihm zuzuhören. Nichts könnte falscher sein.“
„Ein betroffenes Kind spricht nicht, weil es Worte waren, die es verletzt haben; Worte waren es, die sein Leben zerstört haben.“
„Die Worte eines betroffenen Kindes aufzunehmen bedeutet, das Kind zu unterstützen, gemeinsam mit ihm und für es ausreichend tragfähige Vertrauensbeziehungen aufzubauen und vor allem zu wissen, wie man ihm zuhört: durch seine Worte, seine Gesten, seine Haltungen und sein Schweigen.“
Jedes betroffene Kind braucht eine spezifische Begleitung, die auf seine eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist, seinem Tempo entspricht, Sicherheit vermittelt und von Fachpersonen getragen wird, die für diese Komplexität ausgebildet sind.
Das Buch „Repérage et prise en charge des enfants exposés au contrôle coercitif“ (in FR) (Erkennung und Begleitung von Kindern, die Zwangskontrolle ausgesetzt sind) stellt in diesem Zusammenhang eine wertvolle Ressource dar. Durch die herausragende Qualität seiner Mitwirkenden und den außergewöhnlichen Reichtum an Erfahrungsberichten liefert es wichtige Schlüssel, um besser zu verstehen, zu erkennen und zu begleiten.

Avant notre symposium du 10 juin à Neuchâtel, découvrez la vidéo de l’Association 125 et Après, où Dr Andreea Gruev-Vintila pose les bases de ce concept fondamental.
Notre symposium explorera son impact sur la famille (Daniel Schechter, Alessandra Duc Marwood), les trajectoires psychologiques des auteurs (May Beyli), ainsi que ses implications légales, civiles (Ruedi Winet) et pénales (Loic Parein)
Merci à Sarah Barukh, fondatrice de l’association 125 et Après, pour son engagement exceptionnel et son travail titanesque de sensibilisation, et à Andreea Gruev-Vintila pour ses travaux de recherche et son ouvrage de référence « Le contrôle coercitif : au coeur de la violence conjugale ».
Info et inscription au symposium: https://www.kidstoo.ch/symposium/

A huge congratulations to our two champions, Luuk and Matias, who took on the Zurich Marathon challenge to support the KidsToo Foundation 🏃♂️
Thanks to their dedication and everyone’s generosity, we were able to raise 2’190 CHF 🙏
A heartfelt thank you to everyone who contributed.
For a foundation like ours, which relies entirely on donations, this is truly essential support that allows us to go further and create real impact.
We look forward to sharing soon the projects that will be made possible thanks to your contributions.
Thank you all again for your support 💫
Un immense bravo à nos deux champions, Luuk et Matias, qui ont relevé le défi du Marathon de Zurich pour soutenir la fondation KidsToo 🏃♂️
Grâce à leur engagement et à la générosité de chacun, nous avons réussi à récolter 2’190 CHF 🙏
Un grand merci à toutes les personnes qui ont contribué.
Pour une fondation comme la nôtre, qui dépend entièrement des dons, il s’agit d’un soutien essentiel qui nous permet d’aller plus loin et d’avoir un impact concret.
Nous nous réjouissons de partager très bientôt les projets qui pourront être réalisés grâce à vos contributions.
Encore merci à tous pour votre soutien 💫
Ein riesiges Dankeschön und herzliche Gratulation an unsere beiden Champions Luuk und Matias, die sich der Herausforderung des Zürich Marathons gestellt haben, um die KidsToo Foundation zu unterstützen 🏃♂️
Dank ihres Engagements und der Grosszügigkeit aller konnten wir 2’190 CHF sammeln 🙏
Ein herzliches Dankeschön an alle, die beigetragen haben.
Für eine Stiftung wie unsere, die vollständig auf Spenden angewiesen ist, ist dies eine essenzielle Unterstützung, die es uns ermöglicht, weiterzugehen und einen konkreten Impact zu erzielen.
Wir freuen uns darauf, bald die Projekte mit euch zu teilen, die dank eurer Beiträge realisiert werden können.
Nochmals vielen Dank für eure Unterstützung 💫
Bei häuslicher Gewalt wird das Tier zu einem Instrument der coercive control.
Ihm zu drohen, es zu verletzen.
Ihm Leid zuzufügen.
Es manchmal sogar zu töten.
Die Gewalt richtet sich nicht nur gegen die betroffene Person.
Sie erfasst den gesamten Haushalt.
👉 All das dient einem Ziel:
die betroffene Person unter Kontrolle zu halten und sie an der Flucht zu hindern
Eine gewalttätige Beziehung zu verlassen, ist bereits ein enormer Kampf.
Wenn man zusätzlich eine Migrantin ist oder keinen legalen Status hat, wird es nahezu unmöglich … ohne einen echten politischen Willen, alle Opfer zu schützen.
Der Nationalrat hat dank der Motion von Jessica Jaccoud einen konkreten Schritt gemacht, die darauf abzielt, Frauen ohne legalen Status, die Opfer von Gewalt sind, zu schützen. Ein Erfolg für diejenigen, die lange keine Stimme hatten.
Doch die Arbeit geht weiter: Der tatsächliche Schutz liegt nun beim Ständerat.
👏 Danke und herzliche Gratulation an Jessica Jaccoud sowie an alle, die sich für Gerechtigkeit und die Sicherheit aller Frauen einsetzen.
Den Antrag lesen: https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20254224

🎤 Anpassung des Familienrechts zum Schutz der Opfer
Ruedi Winet, Jurist, Pflegefachmann Psychiatrie und ehemaliger Präsident einer KESB, ist heute Geschäftsführer der KESB-Präsidien-Vereinigung im Kanton Zürich. Durch seine zusätzliche fachliche Erfahrung in der Psychiatrie bringt er eine besondere Sensibilität für die Dynamiken psychischer Belastungen und komplexer Familiensysteme mit, was seine Sichtweise auf Fragen des Opferschutzes wesentlich prägt.
In seiner Präsentation wird er die Herausforderungen des Opferschutzes beleuchten, insbesondere die Angemessenheit von Schutzanordnungen im Hinblick auf coercive control, die Anerkennung und Berücksichtigung gefährdeter Kinder (elterliche Sorge, Aufrechterhaltung der Beziehung, Instrumentalisierung) und bestimmten Gerichtsentscheidungen, die die Opfer belasten können.
💡 Symposium KidsToo « Coercive control: Familiäre und rechtliche Aspektes »
📍 Hôtel Beaulac, Neuchâtel
🗓️ 10. Juni 2026
👉 Vollständiges Programm und Anmeldung hier : www.kidstoo.ch/de/symposium

Foto: Balz Murer
🎤 Gewalt erkennen und Familiendynamiken verstehen
Dre Duc Marwood arbeitet mit Familien, die mit innerfamiliären Gewaltsituationen konfrontiert sind. Ihre klinische Expertise ermöglicht es ihr, die oft unsichtbaren Mechanismen koerzitativer Kontrolle sowie deren Auswirkungen auf innerfamiliäre Beziehungen zu entschlüsseln. In ihrem Vortrag stellt sie Instrumente vor, um Anzeichen psychischer Gewalt besser zu erkennen und die zugrunde liegenden Macht- und Abhängigkeitsdynamiken zu verstehen.
💡 Symposium KidsToo « Coercive control: Familiäre und rechtliche Aspektes »
📍 Hôtel Beaulac, Neuchâtel
🗓️ 10. Juni 2026
👉 Vollständiges Programm und Anmeldung hier : www.kidstoo.ch/de/symposium

Foto: Patrick Martin
Partir n’est pas un acte simple.
C’est souvent l’étape la plus dangereuse. La plus complexe. La plus solitaire.
Nombreuses sont les victimes de violences domestiques qui savent qu’elles doivent partir.
Mais savoir ne suffit pas.
👉 Ce qui empêche de partir, ce ne sont pas le manque de courage ou de volonté.
👉 Ce sont des obstacles très concrets.
Pour pouvoir partir en sécurité, une victime a besoin de moyens réels, notamment :
🔹 Un logement d’urgence accessible immédiatement, y compris pour les femmes avec enfants
🔹 Un revenu de transition, sans démarches longues ou conditionnelles
🔹 Une protection juridique rapide (mesures d’éloignement effectives, accompagnement légal)
🔹 Une coordination claire entre police, justice, services sociaux et santé
🔹 Un accompagnement psychosocial continu, avant, pendant et après le départ
🔹 Des informations simples, centralisées, multilingues sur les droits et les aides disponibles
🔹 Du temps : le temps de reconstruire sans pression administrative
Le 8 mars, Journée internationale des droits des femmes, nous rappelons que
le droit de vivre sans violence commence par la possibilité réelle de partir en sécurité.
Soutenir les victimes, ce n’est pas seulement leur dire « vous pouvez partir ».
C’est leur donner les moyens de le faire.