Motion contrĂ´le coercitif

📍 Ein denkwürdiger Tag, der einen Meilenstein auf dem Weg zur Anerkennung von Zwangskontrolle (Coercive Control) im schweizerischen Straf- und Zivilrecht markiert.

Hier die Worte unseres Präsidenten:

„Vielen Dank an Frau Jacqueline de Quattro dafür, dass sie:
• das Thema der Zwangskontrolle ins Bundesparlament eingebracht hat,
• ihre Motion im Nationalrat gegen die Empfehlung des Bundesrates verteidigt hat,
• einen großen Teil ihrer Kolleginnen und Kollegen davon überzeugen konnte, diesen wichtigen Schritt zu unterstützen.

Die Verletzung der Persönlichkeit von Opfern von Zwangskontrolle kann jede und jeden treffen – unabhängig von sozialem oder wirtschaftlichem Hintergrund. Sie betrifft hauptsächlich Frauen, auch Männer und immer die Kinder. Es handelt sich um eine gesellschaftliche Geißel, deren Ausmaß sich alle politischen Parteien bewusst machen sollten.

Mit 128 Ja-Stimmen gegenĂĽber 65 Nein-Stimmen wurde die erste Etappe mit Bravour gemeistert.

ABER

Auf politischer Ebene betonen alle, dass sie häusliche Gewalt bekämpfen wollen.
Und dennoch hat die SVP geschlossen gegen die Motion gestimmt (61 Nein, 0 Ja und nicht einmal eine Enthaltung). Keine einzige Frau wagte es, fĂĽr einen besseren Schutz der Opfer zu stimmen. Auch die Lega, das MCG und die EDU folgten der SVP.

Ein solches Abstimmungsverhalten kann nur das Gefühl der Straflosigkeit bei den Täterinnen und Tätern stärken – gegenüber dem, was der Bundesrat als „Gewalt von geringer Intensität“ bezeichnet hat.

Ich kann nicht glauben, dass kein einziges Mitglied der SVP jemanden kennt, der häusliche Gewalt in Form von Zwangskontrolle erlebt hat oder derzeit erlebt. Aber es ist sicherlich einfacher, wegzuschauen oder den Aussagen der Opfer keinen Glauben zu schenken.

Alle anderen Parteien haben sich dafĂĽr entschieden, erwachsene Opfer und Kinder besser zu schĂĽtzen, indem sie sowohl das Strafrecht als auch das Zivilrecht weiterentwickeln wollen.

KidsToo dankt ihnen für ihr Engagement und zählt auf sie, ihre Kolleginnen und Kollegen im Ständerat zu motivieren, dieser Motion ebenfalls zuzustimmen.“

Das Team von KidsToo arbeitet gemeinsam mit seinen Partnern weiterhin mit großem Engagement daran, die Praxis weiterzuentwickeln, die beteiligten Akteure zu sensibilisieren und zu einem besseren Schutz der Opfer häuslicher Gewalt beizutragen.Voici les mots de notre Président :