„Es war doch nur ein Baby – es erinnert sich nicht daran und hätte es ohnehin nicht verstehen können.“
Solche Aussagen hört man häufig im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt.
🚫 Stopp mit den falschen Annahmen:
Oft wird angenommen, dass ein Baby nicht traumatisiert werden kann, weil es keine bewussten Erinnerungen daran hat. Neuere Studien zeigen jedoch, dass das Gehirn, der Körper und sogar das genetische Erbe von Säuglingen Spuren traumatischer Erfahrungen speichern können – manchmal bereits vor der Geburt, im Mutterleib.
🎧 Im Podcast CQFD (RTS, in Französisch) erklärt Evelyne Josse, Psychologin und Psychotraumatologin, wie sich ein Trauma entwickeln kann, noch bevor ein Kind über Erinnerungen verfügt.
Frühes Trauma ist keine gewöhnliche Erinnerung, sondern eine aktive Erfahrung, die nicht in die Vergangenheit eingeordnet werden konnte.
Ein frühkindliches Trauma ist keine gewöhnliche Erinnerung, sondern eine aktive Erfahrung, die nicht in die Vergangenheit transformiert werden konnte.
🌱 Die positive Nachricht:
Heilung ist möglich. Die Verarbeitung eines Traumas kann beinhalten, neue Verbindungen herzustellen sowie vergangene Ereignisse anzunehmen und zu verstehen.
🎧 Podcast in FR hier anhören:: https://www.rts.ch/audio-podcast/2025/audio/traumas-precoces-quand-le-corps-se-souvient-avant-la-memoire-29050917.html
KidsToo – Zahl des Tages #4

Oft sprechen wir über Erkennung und Meldung von Gewalt – aber viel seltener über die Bedingungen, die dafür nötig sind, dass diese Prozesse wirklich funktionieren.
Die heutigen Zahlen zeigen: Nur wenige Fachkräfte, die regelmäßig mit Kindern in Kontakt stehen, sind über häusliche Gewaltsituationen in den betroffenen Familien informiert.
Damit sich das ändert, brauchen Fachpersonen die richtigen Voraussetzungen, um handeln zu können:
🧩 Koordinationsräume zwischen Gesundheitswesen, Bildung und Sozialarbeit, um wichtige Informationen auszutauschen.
📚 Regelmäßige Fortbildungen zu Anzeichen von Gewalt und bestehenden Unterstützungsangeboten.
⏰ Zeitressourcen für Austausch und Fallbesprechungen – die im Alltag oft fehlen.
Früherkennung und gute Zusammenarbeit zwischen den Akteur*innen bleiben entscheidende Hebel, um die Schwächsten zu schützen.
vollständige Studie: https://www.curml.ch/sites/default/files/fichiers/documents/UMV/Rapport%20UMV%20Etude%20sur%20les%20enfants%20expos%C3%A9s%20%C3%A0%20la%20violence%20dans%20le%20couple%20parental.pdf
📬 KidsToo-Newsletter – Januar 2026
Zu Beginn des neuen Jahres lädt er dazu ein, einen Schritt zurückzutreten und die Tradition der guten Vorsätze zu hinterfragen. Was bedeuten sie wirklich, wenn es darum geht, häusliche Gewalt zu bekämpfen und Kinder sowie Opfer-Überlebende nachhaltig zu schützen?
👉 Inhaltlich geht es unter anderem um:
• Januar, die Zeit der guten Vorsätze
• Und nun… ? KidsToo… ?
• Kater und übermäßiges Essen 2025
• Die Vorsätze für 2026
📖 Hier lesen: https://www.kidstoo.ch/app/uploads/K2NL_202601_DE.pdf
Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und danken Ihnen bereits im Voraus für Ihr Feedback, Ihre Anmerkungen und das Teilen dieser Inhalte.
Der Jahresbericht 2025 ist veröffentlicht!

Der Jahresbericht der KidsToo Stiftung blickt auf ein Jahr voller Engagement, konkreter Maßnahmen und Wirkung im Einsatz für Opfer-Überlebende von häuslicher Gewalt, Kinder und Erwachsene.
Der Bericht beleuchtet:
✔️ unsere Mission und Vision
✔️ die unterstützten Projekte
✔️ die Fortschritte, die dank unserer Partner:innen erreicht wurden
Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich täglich für das Vorankommen unserer Mission einsetzen.
👉 Den Bericht finden Sie hier: https://www.kidstoo.ch/app/uploads/KidsToo-Rapport-dactivite-Annuel-2025-DE-1.pdf
Challenges for the Implementation of Northern Ireland’s Domestic Abuse Offence
Drawing on experiences from other jurisdictions within the UK, Criminalising Coercive Control explores the challenges and potential successes which may be faced in implementing Northern Ireland’s new domestic abuse offence.
A specific offence of domestic abuse was introduced in Northern Ireland in March 2021. This represents a crucial development in Northern Ireland’s response to domestic abuse. The new legislation has the effect of criminalising coercive and controlling behaviour, thereby bringing Northern Ireland into line with other jurisdictions within the UK, and also with relevant human rights standards in this regard. The book begins with a discussion regarding the offence itself and the underpinning domestic abuse policy in Northern Ireland. Subsequent chapters explore further measures which may be needed to respond effectively to domestic abuse in Northern Ireland, by drawing upon the experiences of other jurisdictions of criminalising coercive control. These reflections are considered through the lenses of policing, prosecutorial practice and frontline domestic abuse working.
Criminalising Coercive Control will be of great interest to students and scholars in a variety of fields, such as criminal law, criminology, social policy, human rights, family law, gender studies and sociology. The book is also accessible beyond academia, including practitioners and those in the voluntary sector who are working in the area of combating domestic abuse.
Biography
Vanessa Bettinson is Professor of Criminal Law and Criminal Justice at De Montfort University, Leicester, UK. She researches coercive control in criminal law and is particularly interested in the creation and implementation of coercive control offences and embedding coercive control understandings within defence frameworks.
Ronagh McQuigg is a reader in the School of Law, Queen’s University Belfast, UK. She holds an LLB with First Class Honours, an LLM with Distinction and a PhD, and she is a qualified solicitor. Her research interests focus in particular on domestic abuse, and she teaches in the areas of family law and property law.
https://www.payot.ch/Detail/9781032384870
📖 👩👧👦 Kinderbuch « Vom Glücksballon in meinem Bauch »
Wir freuen uns, die Veröffentlichung der neuen Ausgabe des illustrierten Kinderbuchs « Vom Glücksballon in meinem Bauch » zu unterstützen. Das einfühlsame und zeitgemässe Buch wurde entwickelt, um das Thema häusliche Gewalt kindgerecht und familiennah aufzugreifen.
Unter der Leitung des Frauenhauses des Kantons Luzern entstanden, stellt dieses Buch ein wertvolles Instrument für Prävention und Dialog dar.
👉 Sie können das Buch hier bestellen:
https://www.frauenhaus-luzern.ch/bestellen/

This textbook is both timely and significant when considering the continued significant rates of domestic violence both globally and domestically. The social, economic, and psychological costs of domestic violence are staggering. As a victimologist, domestic violence researcher, presenter, and moderator on this violence, as well as a survivor of serious physical, emotional, and financial relationship abuse, Laura Elizabeth combines her academic expertise with her personal experiences to illuminate the intricacies of this type of violence. From basic definitions and types of domestic violence to laws, services, and intervention strategies, this textbook guides students through the reality of domestic violence so they can objectively assess how far we have come and how far we have to go. Combining objective and scholarly research on domestic violence to date, with personal stories of survivors, high-profile cases, and case studies, this textbook will be of interest to a number of disciplines from criminology and criminal justice to sociology and gender studies.
https://www.payot.ch/Detail/9781538198957
Symposium « Coercive control: Familiäre und rechtliche Aspekte »
Die Stiftung KidsToo freut sich, ihr erstes Symposium zum Thema Coercive Control anzukündigen.
📅 10. Juni 2026
📍 Hôtel Beaulac, Neuchâtel
Dieses Symposium bietet einen multidisziplinären Ansatz zum Thema Zwangskontrolle. Es zielt darauf ab, das Verständnis der Mechanismen der coercive control, ihrer Auswirkungen auf Kinder und die Familiendynamik sowie der Herausforderungen bei der Erkennung, dem Schutz und den professionellen und institutionellen Reaktionen zu vertiefen.
An diesem Tag kommen Expert*innen aus verschiedenen Bereichen zusammen, um den interdisziplinären Dialog zu fördern und die Praktiken zu stärken.
🎤 Referent*innen:
- Dre. Andreea Gruev Vintila, Docteure en psychologie sociale et maîtresse de conférence HDR, Université de Paris Nanterre, France
- Dr. med. Alessandra Duc Marwood, Psychiatre et psychothérapeute pour enfants, adolescents, couples et familles, Les Boréales, CHUV, Lausanne
- Prof. Daniel Schechter, Pédopsychiatre et chercheur, PAPILLON, CHUV, Lausanne
- May Beyli, Psychologue forensique, Forensic Assessment & Risk Management, PUK Zurich
- Me Loïc Parein, Avocat, spécialiste en droit pénal, Parein Avocats, Lausanne
- Ruedi Winet, Directeur de l’Association des présidences des APEA du canton de Zurich
🗣️ Sprachen: Französisch une Deutsch – Simultanübersetzung DE–FR
Dieses Symposium richtet sich an ein multidisziplinäres Fachpublikum:
Sozialarbeiterinnen, Fachleute aus dem Gesundheits- und Medizinbereich, Psycholog*innen, Jurist*innen, Rechtsanwält*innen, Richter*innen, Forscher*innen, Verantwortliche von Institutionen sowie alle Personen, die sich mit Kinderschutz und Familienunterstützung befassen.
Vollständiges Programm und Ameldung : https://www.kidstoo.ch/de/symposium/
✨ Cette année a été riche en projets ambitieux et en belles collaborations.
Merci à toutes et tous pour votre engagement à nos côtés.
Nous vous souhaitons de très belles fêtes de fin d’année et vous donnons rendez-vous le 5 janvier pour ouvrir ensemble un nouveau chapitre.
✨ Dieses Jahr war reich an ehrgeizigen Projekten und schönen Kooperationen.
Vielen Dank an alle für Ihr Engagement an unserer Seite.
Wir wünschen Ihnen schöne Feiertage und freuen uns darauf, am 5. Januar gemeinsam ein neues Kapitel aufzuschlagen.
Consternation.
La motion Nantermod qui prévoit de sanctionner pénalement (jusqu’à 3 ans de prison) les parents qui ne présentent pas leur enfant à l’autre parent a été acceptée par le Conseil des Etats, contre l’avis du Conseil Fédéral et de sa commission.
Sous prétexte d’égalité parentale, cette motion passe sous silence la réalité des violences familiales et la primauté absolue du bien-être de l’enfant.
Cette réforme pose plusieurs problèmes :
- La justice civile ne cherche pas systématiquement à savoir s’il y a eu violence, ou elle n’en tient pas assez compte.
- Elle s’accroche à l’idée qu’un enfant doit voir ses deux parents, même quand la violence rend ce principe dangereux.
- Elle ne reconnaît pas que protéger un enfant implique aussi de protéger le parent victime.
- L’enfant est rarement entendu et encore plus rarement écouté.
- Et surtout, son bien-être devrait primer sur tout le reste. Or ce n’est pas ce que ce changement de loi permet.
Dans l’immense majorité des situations, le refus d’amener l’enfant chez le parent-visiteur n’est ni une vengeance ni un caprice.
C’est une décision prise pour protéger l’enfant, en observant son comportement, ses peurs, son évolution au jour le jour. Ce sont des signaux que seul un parent qui vit avec l’enfant peut percevoir.
Une non-présentation devrait être un signal d’alarme, pas un motif de criminalisation.
Elle devrait pousser l’autorité civile à reprendre le dossier depuis le début, à réévaluer calmement, sérieusement, dans le respect de la Convention d’Istanbul, et en écoutant l’enfant et les personnes qui le côtoient au quotidien (école, pédiatre, etc.).
👉 La protection de l’enfant aurait dû passer avant la protection des droits d’un parent.
La motion : https://www.parlament.ch/fr/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20193597
Notre réaction sur la RTS : https://www.rts.ch/play/tv/-/video/-?urn=urn:rts:video:2cc8815c-0e77-3763-8b47-900733b5f528
