📢 Retour sur la journĂ©e d’Ă©tude du 18 septembre Ă  Mendrisio : ProtĂ©ger les enfants exposĂ©s Ă  la violence au sein du couple

📢 Rückblick auf den Studientag vom 18. September in Mendrisio: Kinder schützen, die Gewalt in der Partnerschaft ausgesetzt sind

Am 18. September fand am SUPSI-Campus in Mendrisio ein bedeutender Studientag zum Schutz von Minderjährigen statt, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind. Bei dieser Gelegenheit wurden die Ergebnisse der von der Stiftung KidsToo in Auftrag gegebenen und gemeinsam von der SUPSI und der ZHAW durchgeführten Studie vorgestellt (unter der Leitung von Dr. Ornella Larenza und Prof. Dr. Andreas Jud).

🔍 Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Die Studie stĂĽtzte sich auf die Analyse von jeweils 41 zivilrechtlichen Verfahren in vier Schweizer Kantonen (St. Gallen, Tessin, Waadt und ZĂĽrich), um die Regelung der elterlichen Sorge und des Besuchsrechts zu untersuchen.

Dabei wurden folgende zentrale Erkenntnisse und Herausforderungen sichtbar:

· Die grossen kantonalen Unterschiede bei den Strukturen (und Verfahren) bergen ein hohes Risiko einer Ungleichbehandlung in rechtlicher Hinsicht.

· Unabhängig von den unterschiedlichen Strukturen (und Verfahren) wird den Kindern nach wie vor zu wenig Beachtung geschenkt.

· Die Ausbildung der Fachpersonen spielt eine zentrale Rolle bei der Harmonisierung der Praxis (und bei der konkreten Umsetzung der Istanbul-Konvention).

· Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Gewalt (einschliesslich Zwangskontrolle) von einem blossen Elternkonflikt zu unterscheiden, die Anhörung und die unabhängige rechtliche Vertretung der Kinder systematisch sicherzustellen und den Informationsaustausch zwischen Polizei, KESB und Gerichten zu verbessern.

· Gerichtsentscheidungen müssen die Sicherheit des Kindes gegenüber der systematischen Suche nach einvernehmlichen Lösungen zwischen den Eltern priorisieren. Dies setzt eine stärkere Abstimmung der professionellen Kulturen zwischen der Rechtswelt und der Sozialen Arbeit voraus.

🤝 Podiumsdiskussion 1: Konkrete Unterstützungsangebote für Kinder

In der ersten Podiumsdiskussion wurden verschiedene psychosoziale und pädagogische Unterstützungsangebote aus der Praxis vorgestellt:

  • CamĂ©lĂ©on (SolidaritĂ© Femmes Biel/Bienne et rĂ©gion): spezialisierte Gesprächsgruppen fĂĽr Kinder und Jugendliche, die häuslicher Gewalt ausgesetzt sind.
  • OKey / Kokon (Fachstelle OKey und Kokon, Kanton ZĂĽrich): Anlaufstellen fĂĽr Betreuung, Beratung und UnterstĂĽtzung von Kindern.
  • La Casa delle donne (Lugano): pädagogische Begleitung von Kindern, die gemeinsam mit ihren MĂĽttern in einem Frauenhaus untergebracht sind.

đź”— Podiumsdiskussion 2:

Die zweite Podiumsdiskussion fasste die zentrale Bedeutung des Interventionsnetzwerks in einer prägnanten Formel zusammen: 👉 «Die Stärke der Kette der beteiligten Fachpersonen hängt von ihrem schwächsten Glied ab.»

Der Kindesschutz ist ein zutiefst gemeinschaftlicher Prozess. Von der ersten Meldung über die Entscheidungen der Kindesschutzbehörden und Gerichte bis hin zur psychosozialen Begleitung bildet jede beteiligte Stelle ein wesentliches Glied dieser Kette. Fehlen auch nur einem Glied Ressourcen, Fachwissen oder Koordination, wird das gesamte Kindesschutznetzwerk geschwächt.

Die Folien sind hier verfĂĽgbar: https://drive.switch.ch/index.php/s/d6tgHmAHjr7WPMZ

Die Berichte und Zusammenfassungen der Studie können hier heruntergeladen werden: https://www.kidstoo.ch/de/projets-2/les-enfants-de-la-violence-domestique/