{"id":5161,"date":"2024-05-24T09:16:27","date_gmt":"2024-05-24T07:16:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/?p=5161"},"modified":"2025-04-20T11:37:30","modified_gmt":"2025-04-20T09:37:30","slug":"die-polizeiliche-kriminalstatistik-2009-bis-2023-aus-einem-anderen-blickwinkel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/die-polizeiliche-kriminalstatistik-2009-bis-2023-aus-einem-anderen-blickwinkel\/","title":{"rendered":"Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2009 bis 2023 aus einem anderen Blickwinkel"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Polizeiliche Kriminalstatistik<br>2009 bis 2023 aus einem anderen Blickwinkel<\/h2>\n\n\n\n<p>Der von KidsToo erstellte Bericht ist <a href=\"https:\/\/www.kidstoo.ch\/app\/uploads\/ViolDom_K2_2024_1_DE.pdf\" title=\"\">hier<\/a> abrufbar.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h4 class=\"wp-block-heading has-light-red-color-background-color has-background\">H\u00e4usliche Gewalt<\/h4>\n\n\n\n<p>Jahr f\u00fcr Jahr zeigen die uns zur Verf\u00fcgung stehenden Daten, dass h\u00e4usliche Gewalt nach wie vor eine geschlechtsspezifische Angelegenheit ist. Frauen sind die Hauptopfer (Gesch\u00e4digte) und die Straftaten werden haupts\u00e4chlich von M\u00e4nnern begangen. Die Nationalit\u00e4t der Frauen (Schweizerinnen oder Ausl\u00e4nderinnen) hat kaum einen Einfluss, weder in Bezug auf die Gesch\u00e4digten noch hinsichtlich der beschuldigten Personen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die offiziellen Indikatoren befassen sich nur mit Gewalt, die als schwerwiegend definiert ist. F\u00fcr &#8220;nicht schwere&#8221; Gewalt gibt es keinen eigenen Indikator.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><a>Schwere Gewalt<\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Aus der Erkenntnis heraus, dass die offiziellen Indikatoren dem gesellschaftlichen Problem der h\u00e4uslichen Gewalt nicht gerecht werden, hat die Stiftung KidsToo Indikatoren entwickelt, welche in den aktuellen Versionen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Zahl der Opfer schwerer h\u00e4uslicher Gewalt (von offiziell 118 im Jahr 2022 auf 1.400 gem\u00e4ss K2.1 im Jahr 2024) <strong>mehr als verzehnfacht<\/strong> und<\/li>\n\n\n\n<li>den Anteil der Frauen, die Opfer dieser Gewalt werden, <strong>auf 85% erh\u00f6hen<\/strong> (von offiziell 63% im Jahr 2022 auf 85% laut K2.1 im Jahr 2023).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Nationalit\u00e4t (Schweizerinnen oder Ausl\u00e4nderinnen) der gesch\u00e4digten Frauen hat wenig Einfluss auf den Anteil der Frauen, die wegen schwerer Gewalt gesch\u00e4digt oder beschuldigt wurden. Gesch\u00e4digte Ausl\u00e4nderinnen sind relativ gesehen etwas h\u00e4ufiger Opfer als Schweizerinnen, w\u00e4hrend bei den beschuldigten Personen Schweizerinnen relativ gesehen etwas \u00f6fter beschuldigt sind als Ausl\u00e4nderinnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><a>\u00abNicht s<\/a>chwere&nbsp;\u00bb Gewalt<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Zahl der gesch\u00e4digten Personen verzeichnet seit 2011 eine steigende Tendenz. Seit 2019 liegt sie bei <strong>17\u2019000 bis 18\u2019000 Personen. Der Anteil der Frauen<\/strong> ist seit 2011 zwar r\u00fcckl\u00e4ufig, liegt aber immer noch bei <strong>fast 75%<\/strong>. Wie bei der schweren Gewalt hat die Nationalit\u00e4t der Frauen (Schweizerinnen oder Ausl\u00e4nderinnen) wenig Einfluss auf den Anteil der Frauen, die in Bezug auf &lt;schwere Gewalt gesch\u00e4digt oder beschuldigt werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><a>Psychische Gewalt<\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Zahl der gesch\u00e4digten Personen von psychischen Gewaltdelikten gem\u00e4ss SDG 5-6-K2 steigt stetig an. Zwischen 2011 und 2023 stieg sie von ca. 7&#8217;000 auf rund <strong>9&#8217;500<\/strong> an. Der Anteil weiblicher Gesch\u00e4digten ist im gleichen Zeitraum von 81% auf 76% leicht gesunken.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-style-default is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<h4 class=\"wp-block-heading has-light-red-color-background-color has-background\"><a>H\u00e4usliche Gewalt vs. &#8220;nicht h\u00e4usliche&#8221; Gewalt<\/a><\/h4>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><a><em>Straftaten, die in beiden Gewaltumfeldern vorkommen<\/em><\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>Die Zahl der weiblichen Opfer h\u00e4uslicher Gewalt (13\u2019984 im Jahr 2023) ist etwas geringer als die Zahl weiblicher Opfer &#8220;nicht h\u00e4uslicher&#8221; Gewalt (15\u2019123 im Jahr 2023). Wird jedoch die zus\u00e4tzliche Schwierigkeit<a href=\"#_ftn1\" id=\"_ftnref1\">[1]<\/a> f\u00fcr Opfer h\u00e4uslicher Gewalt ber\u00fccksichtigt, Anzeige zu erstatten (Faktor von rund 3), wird schliesslich eine Zahl weiblicher Opfer von h\u00e4uslicher Gewalt (mehr als 42\u2019000 im Jahr 2023) erreicht, welche im Vergleich zu jener weiblichen Opfern &#8220;nicht h\u00e4uslicher Gewalt&#8221; bei weitem \u00fcbersteigt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><a><em>Schwere Gewalt<\/em><\/a><\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Schwere &#8220;nicht h\u00e4usliche&#8221; Gewalt ist ebenfalls eine geschlechtsspezifische Gewalt, jedoch in geringerem Masse als schwere h\u00e4usliche Gewalt.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Anteil der gesch\u00e4digten Frauen sinkt von 80-90% im famili\u00e4ren Umfeld auf 60-70% f\u00fcr schwere &#8220;nicht h\u00e4usliche&#8221; Gewalt (58% im Jahr 2023).<\/li>\n\n\n\n<li>Der Anteil der Frauen, die wegen schwerer Gewalt im h\u00e4uslichen und &#8220;nicht h\u00e4uslichen&#8221; Bereich beschuldigt wurden, liegt unter 10%.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Anteil der Frauen, denen schwere h\u00e4usliche Gewalt im &#8220;nicht h\u00e4uslichen&#8221; Umfeld vorgeworfen wird, ist etwa halb so hoch wie bei schwerer h\u00e4uslicher Gewalt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><a><em>Psychische Gewalt<\/em><\/a><\/h4>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend psychische h\u00e4usliche Gewalt mit 75 &#8211; 80% gesch\u00e4digten Frauen durchaus eine geschlechtsspezifische Gewalt ist, ist die &#8220;nicht h\u00e4usliche&#8221; Gewalt es f\u00fcr Frauen nicht. Der Anteil der gesch\u00e4digten Frauen betr\u00e4gt in diesem Fall &#8220;lediglich&#8221; rund 35 &#8211; 40%. In Bezug auf die Zahl der gesch\u00e4digten Personen ist die Zahl der Frauen im &#8220;nicht h\u00e4uslichen&#8221; Bereich etwas h\u00f6her als die ihrer &#8220;h\u00e4uslichen&#8221; Kolleginnen (ca. 0-20% mehr).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Siehe die Berichte der Stiftung &#8220;Die Opferhilfestatistik aus einem anderen Blickwinkel&#8221; und &#8220;Die Schwierigkeit, nach Strafart eine Anzeige zu erstatten, aus einem anderen Blickwinkel. Einfluss des Alters, des Geschlechts der Tatperson und ihrer Beziehung zum Opfer &#8221; verf\u00fcgbar unter <a href=\"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/nos-publications\/publications-internes\/ofs-spc\/\" title=\"\">https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/nos-publications\/publications-internes\/ofs-spc\/<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Polizeiliche Kriminalstatistik2009 bis 2023 aus einem anderen Blickwinkel Der von KidsToo erstellte Bericht ist hier abrufbar. Das Wichtigste in K\u00fcrze H\u00e4usliche Gewalt Jahr f\u00fcr Jahr zeigen die uns zur Verf\u00fcgung stehenden Daten, dass h\u00e4usliche Gewalt nach wie vor eine geschlechtsspezifische Angelegenheit ist. 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