{"id":2737,"date":"2022-10-06T10:29:49","date_gmt":"2022-10-06T08:29:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/?page_id=2737"},"modified":"2024-10-27T21:14:56","modified_gmt":"2024-10-27T20:14:56","slug":"definitions","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/a-propos-2\/definitions\/","title":{"rendered":"D\u00e9finitions"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Definitionen<\/h3>\n\n\n<p>Die Texte der Definitionen wurden zum Teil aus verschiedenen Dokumenten zum Thema h\u00e4usliche Gewalt \u00fcbernommen, die sich mit h\u00e4uslicher Gewalt befassen und vom Eidgen\u00f6ssischen B\u00fcro f\u00fcr die Gleichstellung von Frau und Mann (<a href=\"https:\/\/www.ebg.admin.ch\/ebg\/de\/home.html\">EBG<\/a>) herausgegeben wurden<\/p>\n\n\n    <div class=\"accordions \">\n                        <div class=\"accordion-item\">\n                    <div class=\"accordion-header\">\n                        <h3>H\u00e4uslische Gewalt: Definition und Formen<\/h3>\n                    <\/div>\n                    <div class=\"accordion-content\">\n                        <p>H\u00e4usliche Gewalt umfasst alle Handlungen k\u00f6rperlicher, sexueller, psychologischer, wirtschaftlicher, kultureller oder religi\u00f6ser Gewalt innerhalb der Familie. H\u00e4usliche Gewalt betrifft alle Personen unabh\u00e4ngig von Alter und Geschlecht. Sie tritt in allen Beziehungsformen auf und kann auch nach Beendigung der Beziehung fortbestehen.<\/p>\n<p>Im Rahmen von Partnerschaften (Ehe, Konkubinat etc.) wird zwischen symmetrischer bzw. aggressiver und komplement\u00e4rer bzw. strafender Gewalt unterschieden. Von symmetrischer bzw aggressiver Gewalt wird gesprochen, wenn diese bei eskalierenden Konflikten oder in Situationen, in denen Partner die gleiche Macht wie der andere aufrechterhalten m\u00f6chten, auftritt. Unter den Begriff komplement\u00e4re bzw. strafende Gewalt werden Konstellationen, bei der ein Ehepartner den anderen systematisch dominiert oder die Bed\u00fcrfnisse des T\u00e4ters\/der T\u00e4terin \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse der ganzen Familie gestellt werden, subsumiert. Siehe auch unten &#8220;Gewaltdynamik&#8221;.<\/p>\n<p>H\u00e4usliche Gewalt kann regelm\u00e4\u00dfig auftreten, wobei die Phasen ohne Gewalt in der Regel immer k\u00fcrzer werden. Punktuelle Gewalt hingegen tritt vor allem dann auf, wenn T\u00e4terIn und Opfer unter gro\u00dfem Stress stehen (Geld, Arbeit, Gesundheit usw.).<\/p>\n<p>Die meisten Gewalttaten werden am Domizil des Opfers ver\u00fcbt. Gelegentlich k\u00f6nnen Gewalttaten, insbesondere verbale, psychologische und wirtschaftliche Gewalt, aber auch im \u00f6ffentlichen Raum stattfinden. Im Rahmen von komplement\u00e4rer bzw. strafender Gewalt werden Druck und Kontrolle sukzessive \u00fcberall ausge\u00fcbt.<\/p>\n<p>Die Folgen h\u00e4uslicher Gewalt h\u00e4ngen vor allem vom Schweregrad, der H\u00e4ufigkeit und der Dauer der Gewalttaten ab.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen h\u00e4uslicher Gewalt auf Kinder sind manigfaltig (vgl. \u00ab <a href=\"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/violences-et-traumatismes-intrafamiliaux\/\">Violences et traumatismes intrafamiliaux<\/a> \u00bb A Duc Marwood, V Regamey):<\/p>\n<ul>\n<li>Grundversorgung<\/li>\n<li>Sicherheit<\/li>\n<li>Erlernen von Kommunikationsf\u00e4higkeiten<\/li>\n<li>kognitiv<\/li>\n<li>affektiv<\/li>\n<li>sozial<\/li>\n<li>hierarchische Stellung innerhalb der Familie<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kinder und Jugendliche, die Opfer h\u00e4uslicher Gewalt geworden sind, k\u00f6nnen ihr Leiden durch unterschiedlichste Verhaltensweisen zum Ausdruck bringen. Zu denken ist beispielsweise an Selbstverletzungen und Desinteresse am Erwachsenenleben (Abbruch der Ausbildung, R\u00fcckzug, nonkonformes Verhalten etc.). Bei komplement\u00e4rer oder strafender Gewalt k\u00f6nnen kindliche und jugendliche Opfer hingegen auch alles daransetzen, nichts zu zeigen und schnellstm\u00f6glich unabh\u00e4ngig zu werden. Vielfach absolvieren sie ihre Ausbildung oder ihr Studium unter sehr prek\u00e4ren Bedingungen, um ihre Unabh\u00e4ngigkeit zu erlangen und sich somit schlussendlich auch der Gewalt des T\u00e4ters\/der T\u00e4terin zu entziehen.<\/p>\n<p>Gewaltt\u00e4tiges und traumatisierendes Verhalten kann an zuk\u00fcnftige Generationen weitergegeben werden. Zwar f\u00fchrt die in der Kindheit erlittene Gewalt nicht zwangsl\u00e4ufig zu einer Reproduktion dieser Gewalt im Erwachsenenalter, aber ein Drittel der Opfer l\u00e4uft Gefahr, Gewalt zu reproduzieren.<\/p>\n<p>Siehe auch das Dokument &#8220;H\u00e4usliche Gewalt: Definition, Formen und Folgen&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.kidstoo.ch\/app\/uploads\/BFEG_definitions_DE_Juin2020.pdf\">PDF<\/a>) des EBG.<\/p>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                        <div class=\"accordion-item\">\n                    <div class=\"accordion-header\">\n                        <h3>Gewaltdynamik<\/h3>\n                    <\/div>\n                    <div class=\"accordion-content\">\n                        <p>Wie bereits erw\u00e4hnt, gibt es zwei Arten von h\u00e4uslicher Gewalt.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Symmetrische Gewalt oder Paaraggression<\/strong>: Beide Protagonisten sind aktiv und tendieren dazu, \u00fcber die gleiche Machtposition wie der andere zu verf\u00fcgen. Die Schl\u00e4ge (verbal, psychologisch etc.) werden immer heftiger und schlie\u00dflich wird die Gewalt auch k\u00f6rperlich ausge\u00fcbt.<\/li>\n<li><strong>Komplement\u00e4re oder strafende Gewalt<\/strong>: Diese Gewalt ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Partner die Macht \u00fcber den andere behalten will. Diese Macht wird immer mit Hilfe von drei Strategien ausge\u00fcbt:<\/li>\n<\/ul>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li>Viktimisierung,<\/li>\n<li>Verherrlich des Opfers und die gemeinsame Verunglimpfung des Opfers,<\/li>\n<li>Drohung.<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"padding-left: 80px;\">Bei komplement\u00e4rer oder strafender Gewalt liegt entweder eine psychiatrische St\u00f6rung oder eine perverse narzisstische Pers\u00f6nlichkeit seitens des T\u00e4ters\/der T\u00e4terin vor. Liegt beim T\u00e4ter\/bei der T\u00e4terin eine perverse narzisstische Pers\u00f6nlichkeit vor, findet eine Einflussnahme auf das Opfer in mehreren Phasen statt.<\/p>\n<ol>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li>Die Cham\u00e4leon-Phase: der\/die k\u00fcnftige T\u00e4terIn l\u00e4sst das k\u00fcnftige Opfer glauben, dass er\/sie die gleichen Dinge wie sein\/ihr Opfer liebt und ihm\/ihr \u00e4hnlich sieht.<\/li>\n<li>Intermittierende bedingt zuf\u00e4llige Liebe: Der T\u00e4ter\/die T\u00e4terin zeigt Signale der Liebe, die extrem stark sein k\u00f6nnen, und dann h\u00f6rt er\/sie auf zu lieben, ohne dass es daf\u00fcr einen expliziten Grund gibt.<\/li>\n<li>Macht\u00fcbernahme, indem der T\u00e4ter\/die T\u00e4terin das Opfer zun\u00e4chst m\u00e4\u00dfig und dann immer st\u00e4rker disqualifiziert.<\/li>\n<li>Soziale Isolation (durch Rivalit\u00e4t mit anderen Personen aus dem Umfeld des Opfers, indem man argumentiert, dass andere z.B. sch\u00e4dlich oder sch\u00e4digend sind).<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Symmetrische oder aggressive Gewalt<\/strong> kann punktuell und lebensphasenbezogen sein. Sie kann sich chronifizieren, wenn der Stressfaktor (unsichere Lebensumst\u00e4nde, soziale Ablehnung, erh\u00f6hter beruflicher Stress [bspw. eine F\u00fchrungsposition trotz Druck zu halten], chronische Krankheit, Stress in der Herkunftsfamilie etc.).<\/p>\n<p><strong>Erg\u00e4nzende oder bestrafende Gewalt in Paarbeziehungen<\/strong> ist chronisch und aggraviert sich \u00fcber die Jahre. Der Gewaltzyklus wird dabei in vier Phasen unterteilt:<\/p>\n<ol>\n<li>die Honeymoon-Phase,<\/li>\n<li>die Phase der wachsenden Spannung,<\/li>\n<li>die Phase der Gewalt,<\/li>\n<li>die Phase der Reue (anschliessend beginnt der Zyklus wieder mit der Honeymoon-Phase.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zu beachten ist, dass die Phase der Reue nur dazu dient, sich die Loyalit\u00e4t des Opfers zu sichern. Oftmals verh\u00e4lt sich der T\u00e4ter\/die T\u00e4terin dann besonders liebevoll, entschuldigt sich, zeigt Reue und versichert, dass es sich um einen Ausnahmefall gehandelt habe, der nicht wieder vorkommen werde. Bei vielen Opfern l\u00f6st dieses Verhalten die Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation aus, sodass sie der Beziehung eine weitere Chance geben. Damit wird der Weg f\u00fcr die Fortf\u00fchrung der Gewaltspirale geebnet. Mit der Zeit verschwinden die Reue- und Honeymoon-Phasen, es sei denn, das Opfer beschlie\u00dft zu gehen. Dann greift der T\u00e4ter\/die T\u00e4terin auf alle vorgenannten Strategien und die Reue zur\u00fcck, um das Opfer weiterhin an sich zu binden.<\/p>\n<p>Opfer von erg\u00e4nzender oder strafender Gewalt k\u00f6nnen sich in Lebensgefahr befinden, wobei der H\u00f6hepunkt der Gef\u00e4hrlichkeit mit der Ank\u00fcndigung der Trennung oder der Entscheidung zur Scheidung erreicht wird. Es ist wichtig, dieses Risiko zu ber\u00fccksichtigen, wenn erwachsene Opfer oder Kinder (Opfer\/Zeugen) verlangen, dass der T\u00e4ter\/die T\u00e4terin nicht \u00fcber ihre belastenden Aussagen informiert wird. Eine Information des T\u00e4ters\/der T\u00e4terin ohne Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr das Opfer bedeutet, dass das Opfer gef\u00e4hrdet wird.<\/p>\n<p>Es ist zu beachten, dass schwere Gewalt und T\u00f6tungsdelikte pl\u00f6tzlich auftreten k\u00f6nnen, ohne dass es bereits vorher zu Gewalt gekommen ist. Vorbestehende Gewalt hat jedoch immer einen Einfluss auf die totale Eskalation der Gewaltspirale, in Form von schweren Gewaltakten bis hin zu T\u00f6tungsdelikten.<\/p>\n<p>Weibliche Opfer von Gewalt in der Partnerschaft k\u00f6nnen in vier verschiedene Reaktionstypen eingeteilt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00abRasche Trennung <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>\u00bb,<\/li>\n<li>\u00abFortgeschrittener Trennungsprozess <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>\u00bb,<\/li>\n<li>\u00abNeue Chance <a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>\u00bb und<\/li>\n<li>\u00abAmbivalente Bindung <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>\u00bb.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Opfer, die in einem Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis zur gewaltaus\u00fcbenden Person stehen, sind oft auf l\u00e4ngerfristige Unterst\u00fctzung angewiesen, um sich aus den Gewaltbeziehungen zu l\u00f6sen. Die Trennung allein reicht in solchen Konstellationen nicht aus, um das Opfer sowohl vor der Gefahr der Einflussnahme als auch \u2013 und vor allem \u2013 vor weiterer Gewalt zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Opfer vom Typus \u00abRasche Trennung\u00bb sind meist erst relativ kurz in der Beziehung zum gewaltt\u00e4tigen Partner\/zur gewaltt\u00e4tigen Partnerin und hegen die klare Vorstellung einer gewaltfreien Beziehung. Ein Verbleib in der Beziehung ist f\u00fcr solche Opfer nur unter klaren Bedingungen vorstellbar.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Opfer vom Typus \u00abFortgeschrittener Trennungsprozess\u00bb sind meist langj\u00e4hrig verheiratet und haben Kinder. Die Trennungsabsicht hat sich aufgrund wiederholter Gewalt verst\u00e4rkt und zum Zeitpunkt der polizeilichen Intervention sind die Betroffenen zur Trennung entschlossen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Opfer vom Typus \u00abNeue Chance\u00bb sind mehrheitlich schon \u00e4lter, meist lange verheiratet und haben Kinder. Wiederholte Gewalt des Partners wird durch bestimmte Umst\u00e4nde (Alkoholkonsum, Stress, psychische Erkrankung etc.) entschuldigt. Im Vordergrund steht nicht eine Trennung, sondern die Hoffnung auf eine Verhaltens\u00e4nderung seitens des gewaltt\u00e4tigen Partners\/der gewaltt\u00e4tigen Partnerin.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Opfer vom Typus \u00abAmbivalente Bindung\u00bb sind durch langj\u00e4hrige chronische Gewalt ihres Partners\/ihrer Partnerin und andere Faktoren stark belastet und verf\u00fcgen kaum \u00fcber pers\u00f6nliche Ressourcen. Sie stehen in einem starken Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis zum gewaltt\u00e4tigen Partner\/zur gewaltt\u00e4tigen Partnerin und charakterisieren sich durch ein tiefes Selbstwertgef\u00fchl und geringe Selbstwirksamkeitserfahrung.<\/p>\n<p>Siehe auch das Dokument &#8220;Gewaltdynamiken und Interventionsans\u00e4tze&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.kidstoo.ch\/app\/uploads\/BFEG_dynamiques_DE_Juillet2021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDF<\/a>) von EBG.<\/p>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                        <div class=\"accordion-item\">\n                    <div class=\"accordion-header\">\n                        <h3>Gewalt in Trennungssituationen<\/h3>\n                    <\/div>\n                    <div class=\"accordion-content\">\n                        <p>Eine Trennung kann in einer von Gewalt belasteten Beziehung als L\u00f6sung erscheinen, allenfalls auch effektiv sein. Bei strafender oder komplement\u00e4rer Gewalt kann die Trennung oftmals aber die Schwere der Gewalt nicht positiv beeinflussen. Vielmehr kann eine Trennung die Gewalt sogar noch verst\u00e4rken und mithin das Risiko f\u00fcr T\u00f6tungsdelikte erh\u00f6hen. T\u00f6tungsdelikte k\u00f6nnen in einer Beziehung mit komplement\u00e4rer Gewalt sogar ohne vorherige k\u00f6rperliche Gewalt auftreten. Es ist von entscheidender Bedeutung, die mit der Trennung verbundenen Risiken stets im Auge zu behalten und besondere Sorgfalt walten zu lassen, um die Sicherheit der Opfer zu gew\u00e4hrleisten. Weitere Risiken bestehen im Zusammenhang mit finanzieller Unterdr\u00fcckung und Stalking (siehe nachfolgend).<\/p>\n<p>In Situationen symmetrischer Gewalt oder Aggression ist die Trennung meist eine gute L\u00f6sung, um die Konflikte zu entsch\u00e4rfen. Mediationen oder Therapien k\u00f6nnen eine schnellere und g\u00fcnstigere Entwicklung der Trennung erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Gewalt kann auch als spontane Reaktion auf eine beabsichtigte oder angek\u00fcndigte Trennung auftreten.<\/p>\n<p>Frauen werden in Trennungssituationen h\u00e4ufiger Opfer von Gewalt und Stalking als M\u00e4nner. In der Schweiz wurde 25% der von der Polizei verfolgten h\u00e4uslichen Gewalttaten vom Ex-Partner des Opfers begangen.<\/p>\n<p>Befinden sich Kinder im gewaltgepr\u00e4gtem Haushalt, sind sie immer Opfer und m\u00fcssen gesch\u00fctzt sowie unterst\u00fctzt werden. Wenn eine Kindeswohlgef\u00e4hrdung vorliegt, kann die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde eingreifen und geeignete Ma\u00dfnahmen anordnen. Je nach Situation kann die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde gegen die Gef\u00e4hrdung des Kindes vorgehen, indem sie verschiedene Ma\u00dfnahmen anordnet, wobei als ultima ratio der Entzug des Rechts auf pers\u00f6nliche Beziehungen ist. Wenn es um die elterliche Sorge oder die Regelung des Umgangsrechts geht, k\u00f6nnen Kinder ab sechs Jahren durch die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde angeh\u00f6rt werden.<\/p>\n<p>Siehe auch das Dokument &#8220;Gewalt in Trennungssituationen&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.kidstoo.ch\/app\/uploads\/BFEG_separation_DE_Juin2020.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDF<\/a>) von EBG.<\/p>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                        <div class=\"accordion-item\">\n                    <div class=\"accordion-header\">\n                        <h3>Stalking oder beharrliche Bedrohen<\/h3>\n                    <\/div>\n                    <div class=\"accordion-content\">\n                        <p>Aus &#8220;Stalking&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.kidstoo.ch\/app\/uploads\/BFEG_stalking_DE_Juin2020.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDF<\/a>) von EBG.<\/p>\n<p>Stalking meint das beharrliche Bedrohen, Verfolgen und Bel\u00e4stigen einer Person., Dabei werden Opfer von Stalking auf psychischer, k\u00f6rperlicher und sozialer Ebene bedroht oder beeintr\u00e4chtigt. Stalkinghandlungen reichen von harmlos scheinenden Verhaltensweisen bis hin zu schweren k\u00f6rperlichen \u00dcbergriffen. Betroffene sind meist einer Kombination von Stalking-Methoden ausgesetzt. Erfolgt Stalking \u00fcber elektronische Kommunikationsmittel, spricht man von Cyberstalking.<\/p>\n<p>Die Beweggr\u00fcnde f\u00fcr Stalking sind vielf\u00e4ltig \u2013 beziehungssuchendes und rachesuchendes Stalking sind am verbreitetsten. Stalking wird oft verharmlost. Das ist besonders gravierend, weil zur effektiven Bek\u00e4mpfung m\u00f6glichst fr\u00fch interveniert werden sollte.<\/p>\n<p>Von Stalking betroffene Personen geraten meist in eine lang andauernde, chronische Stresssituation. Kinder k\u00f6nnen von Stalking unterschiedlich betroffen sein. Einerseits leiden sie darunter, wenn ein Elternteil gestalkt wird und mit Belastungssymptomen, \u00c4ngsten, sozialem R\u00fcckzug und \u00e4hnlichem reagiert. Findet das Stalking zwischen den Eltern statt, z.B. nach einer Trennung oder Scheidung, besteht die Gefahr, dass die Kinder von der stalkenden Person als Informantinnen und Nachrichten\u00fcbermittler instrumentalisiert werden, oder dass mit ihrer Entf\u00fchrung gedroht wird. Entsprechend brauchen diese Kinder Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Stalking ist verbreiteter als allgemein angenommen \u2013 jede 6. Frau und jeder 20. Mann sind mindestens einmal davon betroffen.<\/p>\n<p>Stalking geht meist von Personen aus dem sozialen Umfeld, am h\u00e4ufigsten vom Ex-Partner oder der Ex-Partnerin aus. Der Anteil der Wiederholungst\u00e4terinnen und -t\u00e4ter ist bei Stalking hoch.<\/p>\n<p>Effektive Gesetzesgrundlagen, eine gute institutionelle Zusammenarbeit und Information sind zentral f\u00fcr ein wirksames Vorgehen gegen Stalking.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>ABER<\/strong><\/p>\n<p>In der Schweiz k\u00f6nnen bestimmte Stalking-Handlungen strafrechtlich verfolgt werden, aber es gibt keinen spezifischen Straftatbestand f\u00fcr Stalking <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Von Stalking betroffene Personen geraten meist in eine lang andauernde, chronische Stresssituation. Kinder k\u00f6nnen von Stalking unterschiedlich betroffen sein. Einerseits leiden sie darunter, wenn ein Elternteil gestalkt wird und mit Belastungssymptomen, \u00c4ngsten, sozialem R\u00fcckzug und \u00e4hnlichem reagiert. Findet das Stalking zwischen den Eltern statt, z.B. nach einer Trennung oder Scheidung, besteht die Gefahr, dass die Kinder von der stalkenden Person als Informantinnen und Nachrichten\u00fcbermittler instrumentalisiert werden, oder dass mit ihrer Entf\u00fchrung gedroht wird. Entsprechend brauchen diese Kinder Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Bei Stalking muss jeweils fallspezifisch interveniert werden \u2013 es gibt kein Standardvorgehen. In gewissen Kantonen kann die Polizei Pr\u00e4ventivmassnahmen gegen Stalkende anordnen.<\/p>\n<p>Ab Januar 2022 k\u00f6nnen Ann\u00e4herungs-, Rayonund Kontaktverbote elektronisch \u00fcberwacht werden.<\/p>\n<p>Betroffene haben verschiedene M\u00f6glichkeiten, um gegen eine stalkende Person vorzugehen. OHG-Beratungsstellen bieten Hilfe und Beratung f\u00fcr Stalking-Opfer.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Der Bundesrat hat sich daf\u00fcr entschieden, keine Strafnorm gegen Stalking auszuarbeiten. Wie er bereits erw\u00e4hnt hat, kann Stalking auf der Grundlage verschiedener geltender Strafbestimmungen verfolgt und bestraft werden (Botschaft zum Bundesgesetz \u00fcber die Verbesserung des Schutzes von Gewaltopfern 17.062 vom 11. Oktober 2017).<\/p>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n                        <div class=\"accordion-item\">\n                    <div class=\"accordion-header\">\n                        <h3>H\u00e4usliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche<\/h3>\n                    <\/div>\n                    <div class=\"accordion-content\">\n                        <p>Wird derzeit bearbeitet.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit siehe &#8220;H\u00e4usliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.kidstoo.ch\/app\/uploads\/BFEG_enfants_ado_DE_Juin2020.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDF<\/a>) von EBG.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>ABER<\/strong><\/p>\n<p>Das Recht auf pers\u00f6nlichen Verkehr (Art. 273 Abs. 1 ZGB) besagt, dass der Vater oder die Mutter, der\/die nicht die elterliche Sorge oder das Sorgerecht innehat, sowie das minderj\u00e4hrige Kind gegenseitig das Recht haben, die nach den Umst\u00e4nden gebotenen zwischenmenschlichen Beziehungen zu pflegen. Das Recht auf pers\u00f6nlichen Verkehr ist sowohl als deren Recht als auch als deren Pflicht (Art. 273 Abs. 2 ZGB), aber auch als Pers\u00f6nlichkeitsrecht des Kindes konzipiert. Es soll in erster Linie dessen Interessen dienen (BGE 131 III 209 E. 5 und Verweise; BGer 5a_318\/2017 vom 2. Februar 2018 E. 4.2).<\/p>\n<p>Der Anwalt eines T\u00e4ters, der zus\u00e4tzliche Gewalt aus\u00fcbt, kann nicht umhin, die Argumentation des BGH zu nutzen, damit sein Mandant auf diesem Weg sowohl sein erwachsenes Opfer als Partner erreichen als auch das Kind bzw. die Kinder zu diesem Zweck benutzen kann, wodurch die Wiederherstellung des Opfers dauerhaft verhindert wird und die Entwicklung\/Konstruktion von Kindern nicht gef\u00f6rdert wird und somit die h\u00e4usliche Gewalt auf die n\u00e4chste Generation \u00fcbertragen wird.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang besagt dieser Beschluss, dass es einhellig anerkannt ist, dass die Beziehung des Kindes zu diesen beiden Elternteilen wesentlich ist und eine entscheidende Rolle im Prozess der Identit\u00e4tsfindung des Kindes spielen kann (BGE 130 III 585 E. 2.2.2; 127 III 295 E. 4a; BGer 5A_887\/2017 vom 18. Februar 2018 E. 5.3 und die Verweise).<\/p>\n<p>Die Zivilrechtssprechung st\u00fctzt sich, insbesondere wenn der Richter\/die Richterin eine Person ist, die von der Schlichtung um jeden Preis \u00fcberzeugt ist, um nicht zu sagen ein Anh\u00e4nger, auf einen anderen Bundesgerichtsentscheid (BGE 130 III 585 E. 2.2.2; 127 III 295 E. 4a; TF 5A_887\/2017 vom 18. Februar 2018 E. 5. 3 und Verweise) [Link auf eine spezielle Seite einf\u00fcgen, auf der die Beschl\u00fcsse des Bundesgerichts aufgelistet sind, die \u201cmissbraucht\u201d werden k\u00f6nnen). Dieser Entscheid h\u00e4lt fest, dass es allgemein anerkannt sei, dass aufgrund des schicksalhaften Eltern-Kind-Verh\u00e4ltnisses die Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen sehr wichtig ist und bei dessen Identit\u00e4tsfindung eine entscheidende Rolle spielen k\u00f6nne. Mit dieser Begr\u00fcndung kann daher ein das Besuchsrecht und\/oder das gemeinsames Sorgerecht zugunsten des Elternteils, der h\u00e4usliche Gewalt aus\u00fcbt, durchgesetzt werden, ohne diese allgemeine Haltung zumindest in Frage zu stellen.<\/p>\n                    <\/div>\n                <\/div>\n            <\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Definitionen Die Texte der Definitionen wurden zum Teil aus verschiedenen Dokumenten zum Thema h\u00e4usliche Gewalt \u00fcbernommen, die sich mit h\u00e4uslicher Gewalt befassen und vom Eidgen\u00f6ssischen B\u00fcro f\u00fcr die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) herausgegeben wurden<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"parent":2423,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"page-2-col.php","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"class_list":["post-2737","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2737"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2737\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5941,"href":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2737\/revisions\/5941"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/2423"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kidstoo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}